Gemeinschaftsgrundschule Pestalozzi

Gemeinsam lernen, forschen und bewegen

Konzept „Umgang mit Dyskalkulie“ an der Grundschule Pestalozzi (Mai 2020)

 

 

1.    Begriffsdefinition

 

2.    Erkennungsmerkmale

 

3.    Diagnose

 

4.    Rechtliche Rahmenbedingungen und Benotung

 

5.    Zeugnisse

 

6.    Möglichkeiten des Nachteilsausgleiches

 

7.    Dyskalkulie-Förderunterricht und Übungsformate

 

8.    Konkrete Arbeit mit den Kieler Zahlenbildern

 

9.     Literatur

 

 

 

 

1.    Begriffsdefinition

 

Unter Dyskalkulie versteht man eine Teilleistungsstörung im Bereich des mathematischen Vorstellungsvermögens. Eine Teilleistungsstörung ist eine verminderte Funktion des ZNS bzw. des Gehirns, bei dem Teilbereiche bestimmter Leistungen nicht regelrecht funktionieren.

Andere schulische Leistungen und Intelligenz sind in der Regel normal.

Bei einer Rechenstörung liegt eine Minderleistung im Bereich Mathematik (Basiskompetenzen, Grundrechenarten und/oder Textaufgaben) vor. Die Defizite zeigen sich dabei sowohl in der Richtigkeit als auch in der benötigten Zeit bei der Bearbeitung von Aufgaben. Begleitet sind diese Minderleistungen in der Regel von Schwierigkeiten im Arbeitsgedächtnis, insbesondere dem visuell-räumlichen Arbeitsgedächtnis (d. h. korrektes Speichern und Abrufen visuell-räumlicher Informationen), sowie den exekutiven Funktionen, insbesondere der Inhibition (d. h. schnelles Unterdrücken ablenkender Reize).[1]

Eine Dyskalkulie ist nicht heilbar, jedoch kann man durch frühzeitige Förderung den Kindern ermöglichen, die grundlegenden Anforderungen der Schule besser zu bewältigen.

 

 

 

2.    Erkennungsmerkmale

 

Schätzungsweise 2 bis 8 Prozent der Bevölkerung sind von einer Rechenschwäche betroffen.

Unerkannt kann dies eine Angst vor der Mathematik auslösen und die Lernfreude erheblich einschränken.[2]

 

Kinder, die eine Dyskalkulie haben, haben diese Problematik in der Regel schon vom Vorschulalter an.

Sie bringen oft eine Gliederungsschwäche, Schwierigkeiten bei Raum-Lage-Bestimmungen und Gedächtnis- bzw. Merkschwächen mit.

Die Kinder entwickeln, je nach Ausprägung mehr oder weniger auffällig, kein Mengenverständnis.

Es gibt fünf Bereiche, die frühzeitig auffallen können und in Zusammenhang mit Lernschwäche im Bereich Rechnen stehen (können):

 

Defekte beim visuell-räumlichen Erkennen (Formunterschiede, Größen und Mengen werden nicht spontan erfasst.)

Das eigene Körperschema ist gestört. (Raum und Größenverhältnisse können nicht eingeschätzt werden, Kinder sind „tollpatschig“)

Die visu-motorische Koordination ist gestört. (Bewegungsmuster in Grob- oder Feinmotorik werden nicht oder nur schwer erlernt)

Richtungs- und Orientierungssinn sind gestört. (Es besteht Unsicherheit in Bezug auf rechts/links, oben/unten, vorne/hinten etc. Die Kinder können sich nicht in Räumen/Gebäuden orientieren und auch nicht auf Arbeitsblättern).

Soziales Verständnis und altersgemäße Urteilsfähigkeit sind gestört. (Kinder sind schlecht in die Gruppe integriert und schätzen ihre Partner emotional falsch ein.)

 

Dyskalkulie-Kinder können nicht:

Eins zu eins-Entsprechungen erfassen

Sinnvoll zählen (nicht den Zusammenhang Menge-Anzahl durchschauen)

Laut und Zeichen assoziieren (sowohl visuell als auch auditiv: 5 =“fünf“=5)

Das Prinzip der Erhaltung quantitativer Größe verstehen (1€=2mal 50 Cent)

Arithmetische Zeichen wie + oder – richtig deuten

Verstehen, dass Zahlen festgelegten Anordnungen und Regeln folgen

Bestimmte Folgen in Rechenverfahren einhalten (z.B. bei schriftlichen Verfahren)

Grundregeln des Messens begreifen

Karten lesen

Entscheidungen über geeignete Rechenarten/Lösungswege treffen.[3]

Konkrete Anzeichen:

 

Das Kind braucht unverhältnismäßig lange für Mathematikaufgaben und ermüdet schnell.

Finger, Stifte und ähnliche Abzählmittel werden ungewöhnlich lange verwendet.

Das Kind verdreht zweistellige Ziffern und schreibt sie in der Sprechreihenfolge.

(„Dreizehn“wird zu 3 10 oder 31)

Die Zehnerüberschreitung macht sehr viel Probleme.

Komplexere Aufgaben sind oft unlösbar.

Platzhalteraufgaben sind oft unlösbar.

Fehler, auch grobe, werden nicht bemerkt.

Rechenaufgaben werden lieber im Beisein von Erwachsenen gemacht.

Das räumliche Vorstellungsvermögen ist eingeschränkt.

Für das Erlernen zum Beispiel des Einmaleins braucht das Kind extrem viele Wiederholungen.

Insbesondere Kopfrechnen fällt schwer.

Das Kind hat Probleme mit Uhrzeiten und anderen Maßangaben.

Häufiges Üben führt nicht zu Verbesserung, da das Verständnis für die Logik der Operation fehlt.[4]

Im Ganzen braucht das Kind deutlich mehr Zeit und macht mehr Fehler als andere Kinder.

Es merkt sich mathematische Zusammenhänge nur sehr schlecht.

Oft kommt es mit Anschauungsmaterial und oft auch anderen Rechenwegen besser zum Ziel.

Da es sich um eine Teilleistungsstörung handelt, sind die Kinder in der Regel in den anderen,

nicht-mathematischen Lernbereichen von den Leistungen her unauffällig.

 

 

 

 

3.     Diagnose

 

Zur Diagnostik kann ein standardisierter Test benutzt werden, der die Teilbereiche abdeckt und überprüft.

Möglich sind beispielsweise der „HRT-1-4“ (Heidelberger Rechentest) in der gesamten Grundschulzeit oder der „ERT-1“ (Eggenberger Rechentest) für die erste bis zweite Klasse

oder „Kalkulie“ (Cornelsen Verlag).

Die Tests werden im Einzelsetting durchgeführt und dauern jeweils etwa eine Stunde.

Der ERT ist am umfangreichsten, „Kalkulie“ lässt sich auch als Screening im Klassenverband einsetzen.

Die Testergebnisse werden anhand von Prozenträngen standardisiert ausgewertet, eine Abweichung der Leistungen im Vergleich zur Altersgruppe des Kindes ist ein wichtiger Hinweis zur Diagnose.

Wichtig zu wissen ist, dass es „die“ Rechenschwäche/Dyskalkulie nicht gibt, sondern immer individuelle Problematiken, an denen man das Kind „abholen“ muss, um es unterstützen zu können.[5]

Bei Verdacht auf Dyskalkulie (und/oder signifikanten Ergebnissen beim Test), soll auf jeden Fall ein Elterngespräch geführt und externe Hilfe angeraten werden.

Die Experten werden das Kind weitergehend testen, um die Diagnose Dyskalkulie zu sichern und andere Ursachen auszuschließen (z.B. einen Intelligenztest durchführen, um die Teilleistungsstörung diagnostisch abzusichern, um andere Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsstörungen abzutesten.)

Neben schulischer Förderung ist es absolut sinnvoll, das Kind extern durch geschulte Dyskalkulie-Experten zu unterstützen.

Das Kind sollte im SPZ (Sozialpädiatrisches Zentrum) oder einem Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie oder einem Kinder- und Jugendpsychotherapeuten vorgestellt werden.

Bei gesicherter Diagnose ist eine Dyskalkulie medizinisch als ICD-10 verschlüsselbar (also als Krankheit anerkannt) und eine Therapie kann (zumindest theoretisch) verordnet werden.[6]

 

4.    Rechtliche Rahmenbedingungen, Benotung

 

In NRW gibt es keine gesonderte schulische Regelung für Kinder mit Rechenstörungen.

Das Schulministerium verweist hierzu lediglich auf die Ausführungen der Ständigen Konferenz der Kultusminister (KMK) mit Beschluss vom 15.11.2007.[7]

Jedoch hat jede Schule gemäß §1 Schulgesetz den Auftrag, alle Kinder individuell zu fördern.

Dies gilt auch für Kinder mit Rechenstörungen.

Die Kultusministerkonferenz führt aus, dass Rechenstörungen nicht mit einer Lese-Rechtschreibschwäche gleichgesetzt werden können. Daher kann auch die Leistungsbewertung nicht in gleicher Weise berücksichtigt werden, sondern es sollen die pädagogischen Möglichkeiten der Schule zur differenzierten Förderung ausgeschöpft werden.

Laut KMK sind einerseits die Ursache, Entstehung und Ausprägung von Rechenstörungen nicht hinreichend erforscht, andererseits müssen die Auswirkungen dieser auf die schulische Leistung berücksichtigt werden.

Ein Verzicht auf die Benotung von Rechenleistungen im Fach Mathematik ist nicht möglich. Während Schülerinnen und Schüler mit einer Lese-Rechtschreibschwäche ihre fachbezogenen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse in der Regel durch mündliche Beiträge in den Unterricht einbringen können, wäre bei einer Berücksichtigung von Rechenstörungen eine Notengebung im Fach Mathematik und in vielen Bereichen der naturwissenschaftlichen Fächer ohne Verletzung des Grundsatzes der gleichen Leistungsbewertung kaum mehr möglich, da das Ergebnis verfehlter Rechenoperationen häufig dysfunktional ist.[8]

Das bedeutet für uns, dass die mathematischen Leistungen (in Klasse 3 und 4) normal benotet werden müssen.

Die Kinder nehmen am normalen Unterrichtsstoff ihrer Klassenstufe teil und schreiben die Klassenarbeiten mit.

Ein Nachteilsausgleich ist nur im Rahmen des pädagogischen Spielraums möglich.

 

Im Rahmen der individuellen Förderung wird ein Förderplan erstellt.

 

 

 

 

5.    Zeugnisse

 

Die mathematischen Leistungen müssen analog zu den anderen Kindern bewertet und in Klasse 3 und 4 auch entsprechend benotet werden.

Eine Aussetzung der Benotung ist aufgrund der geltenden rechtlichen Grundlage nicht möglich.[9]

Ein gewährter Nachteilsausgleich im Rahmen des pädagogischen Spielraumes erscheint nicht auf dem Zeugnis.

 

 

 

 

6.    Möglichkeiten des Nachteilsausgleiches

 

Da das Land NRW, gestützt auf den Beschluss der KMK, keine besondere Vorgehensweise bei Dyskalkulie bietet, beschränken sich die Möglichkeiten des Nachteilsausgleiches auf den allgemeinen pädagogischen Spielraum jeder Lehrkraft und darauf, dass jedes Kind Anspruch auf individuelle Förderung hat.

„Inhalte und Formen solcher Förderangebote für Schülerinnen und Schüler mit Rechenschwäche sind im Einzelfall bestmöglich auf mathematische Basiskompetenzen abgestimmt und können im Rahmen der pädagogischen Gestaltungsspielräume ggfs. auch räumliche oder zeitliche Unterstützungsmaßnahmen wie die Ermöglichung eines reizfreien Arbeitsplatzes bzw. eine Zeitzugabe umfassen.“[10]

Möglichkeiten im Unterricht ergeben sich also durch die Auswahl der Aufgaben, die Bereitstellung von Anschauungsmaterial, welches die Kinder zur Unterstützung nutzen dürfen und in mehr Bearbeitungszeit, die gewährt wird.

Um die Kinder nicht zu überfordern und ihnen die Möglichkeit zu geben, mitzuhalten, sollten Mathematikarbeiten in Basis- und Zusatzteil differenziert angeboten werden.

Komplexe Aufgabenstellungen finden sich dann im Zusatzteil, so dass das Kind zumindest die Möglichkeit hat, den „Grundanteil“ des Tests zu bewältigen.

Nach Möglichkeit soll das Kind Förderunterricht im Bereich Dyskalkulie im Einzelunterricht oder in einer Kleingruppe erhalten.

Dem Kind sollte zu jeder Zeit die Möglichkeit gewährt werden, Aufgaben materialgestützt zu lösen. Es sollte erlaubt sein eigene Lösungswege zu gehen, sofern diese zum richtigen Ergebnis führen. Dyskalkulie-Kinder haben oft andere Vorstellungen und Merkhilfen als die anderen Kinder.

Dies gilt natürlich nur, sofern das möglich ist. Bei standardisierten Rechenverfahren ist der Weg vorgeschrieben.

Zählendes Rechnen, welches diese Kinder oft als Ausweg wählen, sollte, obwohl nicht hilfreich, nicht verboten sein, jedoch sollten die Kinder möglichst auf Niveaus üben, bei denen sie die Aufgaben schon ohne Abzählen bewältigen können.

Es ist besser strukturiertes Material zu nutzen, anstatt die Finger zu verwenden.

Geeignetes Anschauungsmaterial (je nach Jahrgang und individuellem Fortschritt) ist zum Beispiel:

Zwanzigerfeld und Wendeplättchen (Jg.1/2)

20er Rechenrahmen (Jg.1/2)

1+1 Tafel (Klett) (Jg.1/2)

Hunderterfeld und Wendeplättchen (Jg.2)

100er Rechenrahmen (Jg.2)

1x1 Tafel (Klett) (Jg.2)

Tausenderbuch (Jg. 3)

Millionenbuch (Jg. 4)

Cuisenairestäbe (Jg. 1-4)

Kieler Zahlenbilder (Jg. 1-4)

Sofern in individueller Förderung Spezial-Material eingeführt wurde und damit gearbeitet wird

(z. B.: Kieler Zahlenbilder), sollte dieses Material auch im „normalen“ Mathematikunterricht als Rechenhilfe dienen dürfen, wenn das Kind damit am besten klarkommt.

7.    Dyskalkulie-Förderunterricht und Übungsformate

Allgemeines

Ich unterscheide im Folgenden in Möglichkeiten der individuellen Unterstützung im Unterricht und

den Möglichkeiten im speziellen Dyskalkulie-Förderunterricht einzelner Kinder.

Grundsätzlich ist es schwierig, Übungsformate Jahrgangsstufen zuzuordnen, da am individuellen Leistungsstand der Kinder liegt, auf welcher Ebene man fördert.

Im Dyskalkulie-Förderunterricht geht es nicht darum, den aktuellen Unterrichtsstoff zu erklären oder aufzuarbeiten, er ist keine Nachhilfe.

Vielmehr muss an den Ursachen zu arbeiten, das heißt mathematische Grundlagen sichern.

Daher ist es auch sehr sinnvoll, frühzeitig Dyskalkulie zu erkennen und frühzeitig mit einer Förderung zu starten, weil dann der Abstand zum tatsächlichen Schulstoff noch geringer ist.

Der Dyskalkulie-Förderunterricht sollte regelmäßig und systematisch in einer Kleingruppe (maximal 4 Kinder, je weniger, desto besser) zusätzlich zum Mathematikunterricht stattfinden.

Es muss ein Förderplan erstellt werden.

Da die Kinder jedoch ansonsten am normalen Stoff des Jahrgangs teilnehmen, geht es im Unterricht darum, ihnen den Stoff zu erleichtern.

Unter Nachteilsausgleich finden sich einige Hilfsmittel, die eingesetzt werden können.

Zum individuellen Üben eignen sich außerdem (* in der Schule vorhanden):

Blitzrechenkartei (Klett) *

Lernsoftware Lernwerkstatt*

Blitzrechnen APP oder Lernsoftware (Klett)*

APP oder Lernsoftware Meister Cody-Talasia

Computerprogramm Dybuster Calcularis*

Komm mit – rechne mit! Band 1-6 (Erläuterungen und Kopiervorlagen, Finken-Verlag)*

Rechenschritte 1-4 (Erläuterungen und Kopiervorlagen, Finken-Verlag)*

Lernsoftware Rechensmilie (zu Kieler Zahlenbilder, Veris Verlag)

Dyskalkulie-Förderunterricht:

 

 

Mögliches Material für den Dyskalkulie-Unterricht ist zum Beispiel:

 

C. Rosenkranz, Kieler Zahlenbilder, Veris-Verlag, 2011

Rechenschwäche verstehen – Kinder gezielt fördern Ein Leitfaden für die Unterrichtspraxis (Erläuterungen und Kopiervorlagen, Persen-Verlag)

Mathe lernen nach dem IntraActPlus-Konzept, Springer Verlag, 2020

Kalkulie - Diagnose und Trainingsprogramm für rechenschwache Kinder, Cornelsen Verlag, 2015

 

 

 

 

8.       Konkrete Arbeit mit den „Kieler Zahlenbildern“/

Übungsformate in den Jahrgängen 1-4

 

Zahlenraum 1 bis 20

 

Die Arbeit mit den Kieler Zahlenbilder unterteilt sich in Phasen.

Wie lange eine Phase dauert, hängt davon ab, ob das Kind hier auf Probleme stößt und wie lange es dauert, sie zu überwinden.

Phase 1

Zahlenraum 1-6

Phase 2

Zahlenraum 1-9

Phase 3

Zahlenraum 1-10

Phase 4

Zahlenraum 10-20

Phase 5

Zehnerübergang

Lernziele sind:

Aufbauen der Vorstellungsbilder für die Mengen 1 bis 10 im Zehnerhaus.

Operieren im Zahlenraum 1 bis 9, richtige Anwendung arithmetischer Zeichen, Aufgaben für den Rechenweg entwickeln.

Zerlegen der Mengenbilder 2 bis 9, Rechenweg des Ergänzens lernen

Zehnerbündelung

Erkennen des gleichen Aufbaus aller Zehner

Halbieren und Verdoppeln

Zehnerübergang in zwei Schritten[11]

Phase 1/Phase 2

Zahlenraum 1 bis 6 und Zahlenraum 1 bis 9

Bei jüngeren, sehr unsicheren Kindern sollte der Zahlenraum unter 10 noch einmal unterteilt werden (Phase 1 – nur bis zur Zahl 6).

 

Übungen zur Eins-zu-Eins-Entsprechung und zur Simultanerfassung

Spiele mit Würfeln

z.B. „Würfele, so viele Schritte darfst du tun“

Würfelbilder nachbauen mit Muggelsteinen auf KV oder mit größerem Baumaterial auf Teppichfliesen

„Würfelhinker 1“ (S.59)

Einführung der Zahlenbilder 1-6 bzw. 1-9

Zahlen werden immer wieder getippt und benannt, ausgeschnitten, gelegt, wiederholt etc.

Zu jedem Zahlenbild (Zahlenhaus) gibt es einen Merksatz oder Merkwort, zum Beispiel ist die 6 eine „Straße“.

Man unterscheidet beim Tippen in „Tip“-Zahlen, die sich mit zwei Fingern antippen lassen (also gerade sind) und „Tap“-Zahlen, die einen Einzelpunkt übrig haben. (Also ungerade sind).

(6= Tip-Tip-Tip; 7=Tip-Tip-Tip-Tap)

Man kann mit zum Lehrwerk erhältlichen Steckbrettern arbeiten oder mit Kopiervorlage und Plättchen oder Muggelsteinen.

Verbrauchsmaterial für das Kind: Arbeitsheft Rechnen mit den Kieler Zahlenbildern Heft 1

Der Zahlenraum bis 10

Phase 3/Zahlenraum 1 bis 10

Übungen zur Zahlenfolge

Zahlenhäuser als Folge legen, benennen und „Hausnummern“ dazuschreiben

Zahlenbilder legen oder stecken, Vorgänger und Nachfolger herausfinden

Ungeordnete Zahlenhäuser ordnen lassen,

Lücken bestimmen lassen

div. Spiele wie „Postbote“ oder „Schatzsuche“

Großräumig Zahlen schreiben üben:

Zahlen mit Seilen legen

Zahlen mit dem Körper nachbauen

Zahlern mit Kreide auf den Boden malen

Zahlen abschreiten

Zahlen auf den Rücken malen

 

 

 

Kleinräumig Zahlen schreiben üben:

Zahlen kneten

Zahlen in Sand schreiben

Zahlen mit Wachsmalern bunt nachspuren

Holzzahlen im Beutel „erfühlen“

Operieren mit Zahlen:

Mengenvergleiche

Rechenwege visualisieren

Rechenzeichen größer/kleiner/gleich mit Zahlenhäusern visualisieren (Merkhilfe: Das Krokodil frisst immer den größten Happen)

Plus durch Dazugeben und Minus durch Wegnehmen von Steckern/Plättchen visualisieren.

Es sollten immer bekannte Zahlenbilder entstehen.

Zahlenbilder zerlegen (zweifarbig stecken)

Spiel „Würfelschatz“

Ergänzen durch Zahlenbilder legen

Hilfsmittel: KV „Wippe“ (Beide Seiten müssen gleich sein, Gleichheitszeichen einfügen)

Einführung des Zehners am Zahlenhaus mit einer Geschichte (oberer, letzter Stecker)

Addieren, Subtrahieren und Ergänzen bis 10 mit Material weiter automatisieren

„Passerzahlen“ (Verliebte Zahlen, 1+9, 2+8 usw.) thematisieren und automatisieren

Einführung der Handkarten als Ablösung für das Stecken oder Legen (Handkarten basteln lassen)

„Passerspiele“ mit den Handkarten zum Beispiel „Passer sticht“, Passer-Memory“, „Passer würfeln“ oder „Schnipp-Schnapp“.

Phase 4 Zahlenraum 10 bis 20

Visualisieren und „Tippen“ des zweiten Zehners

Hinzufügen einer Stellentafel und zweiten Zahlenhauses um die Zahlen zu zeigen und anzutippen.

Sprechen und Schreibrichtung einüben

Rechnen im zweiten Zehner mit Stellentafel und Zahlenhäusern (Handkarten)

Halbieren und Verdoppeln mit Stellentafel und Zahlenhäusern (Handkarten)

Phase 5 Zehnerübergang

Zehnerübergang mit Hilfe einer Geschichte veranschaulichen (Hotelgeschichte) und legen.

Stellentafel nutzen um den Zehnerübergang anschaulich zu machen

Aufgaben schreiben

Zehnerunterschreitung mit zwei Zahlenhäusern verdeutlichen.

Zahlenraum 20 bis 100

 

Phase 1 Zahlenraum bis 100 erfassen, Zahlenraum 20-100

Erweiterung des Zahlenraums bis 100:

Übungen zur Zahlenfolge und Orientierung im Hunderter (mit Handkarten und Hunderterhaus)

Erfassen der Mächtigkeit von Zehner-Einer-Zahlen (mit Handkarten/Punktmengen)

Sprechen und Schreiben von Zehner-Einer-Zahlen (mit Unterstützung der Fingerbewegung)

Rechnen im Zahlenraum bis 100:

Rechnen mit glatten Zehnern (Zahlenhäuser/Zehnerhäuser, Handkarten)

Aufbau des Hunderterhauses

Phase 2 Einmaleins erarbeiten

Malaufgaben in Strukturierung erkennen (Würfel)

Spiele wie „Zweiersammeln“

Baukastenprinzip anwenden (Zerlegen mit Zahlenwürfeln)

Vertauschen (mit Punktbildern und Zehnerhaus)

 

Phase 3 Zahlenraum 100 bis 1000

Tausenderhaus analog zum Hunderterhaus aufbauen

Hunderter-Passer (Verliebte Zahlen) analog zum Zehner und Hunderter erkennen

Stellentafel um 100er Stelle erweitern

Sprechen und Schreiben von Hunderterzahlen

Mengen im Tausenderhaus darstellen

Ausführliche Beschreibungen und Spielanleitungen und Kopiervorlagen finden sich in den Kieler Zahlenbildern. (Handbücher 1-20 und 20-100) sowie den Vorlagen und Arbeitsbögen dazu!

Erstellt im Mai 2020.

Das Konzept sollte nach einem Jahr evaluiert werden.

9.     Literatur

 

1. Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP), Leitlinie zur Behandlung der Rechenstörung, 2018

2. Deutsches Schulportal, Neue Leitlinie zum Umgang mit Dyskalkulie, 2018

3. C. Rosenkranz, Kieler Zahlenbilder, Handbuch Zahlenraum 1-20, 2011

4. Tutoria.de, Information der Studienkreis GmbH, Bochum, 2020

5. C. Rosenkranz, Kieler Zahlenbilder, Handbuch Zahlenraum 1-20, 2011

6. 1. Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP), Leitlinie zur Behandlung der Rechenstörung, 2018

7. Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW, Bildungsportal des Landes NRW, Stichwort Dyskalkulie

8. KMK, Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder, Grundsätze zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben oder im Rechnen, Beschluss vom 15.11.2007

9. KMK, Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder, Grundsätze zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben oder im Rechnen, Beschluss vom 15.11.2007

10. Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW, Arbeitshilfe: Gewährung von Nachteilsausgleichen für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen, Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung und/oder besonderen Auffälligkeiten in der Primarstufe – Eine Orientierungshilfe für Schulleitungen, Juli 2017

11. C. Rosenkranz, Kieler Zahlenbilder, Handbuch Zahlenraum 1-20, 2011


[1] Deutsche Gesellschaft für Kinder und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP), Leitlinie zur Behandlung der Rechenstörung, 2018


[2] Deutsches Schulportal, Neue Leitlinie zum Umgang mit Dyskalkulie, 2018


[3] C. Rosenkranz, Kieler Zahlenbilder, Handbuch Zahlenraum1-20, 2011


[4] Tutoria.de, Information der Studienkreis GmbH, Bochum, 2020


[5] C. Rosenkranz, Kieler Zahlenbilder, Zahlenraum1-20 Handbuch, 2011, S.21


[6] Deutsche Gesellschaft für Kinder und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP), Leitlinie zur Behandlung der Rechenstörung, 2018


[7]Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW, Bildungsportal des Landes NRW, Stichwort Dyskalkulie


[8] KMK, Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder, Grundsätze zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben oder im Rechnen, Beschluss vom 15.11.2007


[9] ebenda


[10] Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW, Arbeitshilfe: Gewährung von Nachteilsausgleichen für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen, Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung und/oder besonderen Auffälligkeiten in der Primarstufe–Eine Orientierungshilfe für Schulleitungen, Juli 2017


[11] C. Rosenkranz, Kieler Zahlenbilder 1-20 Handbuch, 2011, S.42 ff.